Noch einmal und wieder

Wie in einem Spiel, nachdem man alle Leben verlor
zurück zum Moment, als noch sämtliche Waffen
zur Auswahl standen, die leichten und schweren
dazu Panzer und Schilde, die Rüstung
für Rücken und Brust. Noch einmal von vorn
noch einmal auf und davon mit allen Optionen
oder doch nicht, denn man stirbt schließlich immer
an der gleichen Stelle, bei jedem Versuch
und weiß es ja vorher. Alle Herzen verbraucht.

Noch einmal von vorn, und erneut
mit vollen Gläsern beginnen und ganz weißen Zähnen
Botschaften entziffern bevor sie verbrennen. Wie war das
als man das erste Mal die Verstecke entdeckte
man plündert sie wieder, steckt Stift ein und Messer
und Flasche und Schlüssel, man wird alles brauchen
und alles hergeben müssen.

Noch einmal zurück an den Ort, wo zuletzt
der Spielstand gespeichert war, ein Portal
ein Turm, eine Wiese. Der Gegner, der Freund
sie sind beide noch da, erst wenig
nahm man dem anderen weg, die Schläge
werden vertraut sein, die Tricks. Man wartet
wie immer, dass jemand kommt mit einer Fahne
und sagt: du kannst noch gewinnen.

(2014)


Gedicht Anfang März

Auf der Suche nach dem verlorenen Schlaf
zwischen den Bäumen, die du gestern gezählt hast
legst dein Ohr an die Borke, hörst auf das Rauschen
einer grünen Verschwörung, Erlen und Ulmen
haben die Plätze getauscht.

Wirfst Reisig auf wie ein hungriger Vogel
keine Ruhe, sie zeigt sich auch nicht
unter den Blättern von gestern, Feuerwanzen
bewachen das Totholz. Zu deinen Füßen
wühlen Mäusearmeen, im Untergrund

bauen Maulwürfe Städte. Du musst hier fort
nichts in der Hand als verwitterte Flügel
von Ahornsamen, die feinen Skelette
sie tragen nichts mehr und du
legst den Kopf auf die Lichtung, bleibst wach.

(2014)