1989

Meine letzte Silvesterrakete kollidierte
gegen fünf Uhr morgens mit
der unleugbaren Realität
des ersten Januar.

Ich hatte sie angezündet und
genau zugesehen, wie sie ihre gotische Bahn
begann und an deren Scheitelpunkt zerbarst,
ohne auch die absteigende Linie bilden zu können.

Halben Weges zerfiel sie zu einigen
farbigen Funken, die torkelnd noch
die Möglichkeit eines Ornaments
andeuteten, dann aber erloschen,

so, als hätte es weder da Vinci je gegeben,
noch Beardsley, van Gogh, Warhol
oder sonst wen, es war einfach vorbei
mit der künstlichen Herrlichkeit.

(1989)

 

 

 

 

 

 

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