Gütertrennung
Veröffentlicht: 9. März 2012 Einsortiert unter: Lyrik | Tags: Texte von jetzt Schreibe einen Kommentar »Die unverrichteten Dinge
Die unveräußerlichen Dinge
Das Ausbedungene
Das Unabdingbare
Die Undinge
Das Dringliche
Das Undurchdringliche
Das Vollzogene
Das Vorgezogene
Das Vorenthaltene
Das Zählbare und das Unwägbare
Dein und mein Allerdings
Kilometer 212
Veröffentlicht: 9. März 2012 Einsortiert unter: Lyrik | Tags: Texte von jetzt Schreibe einen Kommentar »Im Fluss der leere Becher
Wer trank ihn aus, wer warf ihn
in den Strom, wem fehlt
er jetzt, wie weit
wird er noch treiben
bis er sich füllt, endlich
Gegenrede
Veröffentlicht: 5. März 2012 Einsortiert unter: Lyrik | Tags: Texte von jetzt Schreibe einen Kommentar »Auch wenn mir nur gelingt, was
ich mir nicht vornehme
Auch wenn ich nichts von dem
aß, was du auf den Tisch stelltest
Ich nahm kein Geschenk an
Aber wir schnitten gemeinsam die Zweige
pflanzten den Zwergstrauch
die einzige Art ihrer Gattung
Wir sahen dem Brotteig zu, wie er stieg
Deshalb will ich wissen, ob
dieser neue Baum wächst, ob er Frucht trägt
ob der eiserne Ofen nun zieht, ob
auf dem geebneten Boden wieder Gras steht
Nur das und das und nichts weniger
1989
Veröffentlicht: 1. Januar 2012 Einsortiert unter: Lyrik | Tags: Texte von damals Schreibe einen Kommentar »Meine letzte Silvesterrakete kollidierte
gegen fünf Uhr morgens mit
der unleugbaren Realität
des ersten Januar.
Ich hatte sie angezündet und
genau zugesehen, wie sie ihre gotische Bahn
begann und an deren Scheitelpunkt zerbarst,
ohne auch die absteigende Linie bilden zu können.
Halben Weges zerfiel sie zu einigen
farbigen Funken, die torkelnd noch
die Möglichkeit eines Ornaments
andeuteten, dann aber erloschen,
so, als hätte es weder da Vinci je gegeben,
ncoh Beardsley, van Gogh, Warhol
oder sonst wen, es war einfach vorbei
mit der künstlichen Herrlichkeit.
(1989)
Warum gerade
Veröffentlicht: 26. November 2011 Einsortiert unter: Lyrik | Tags: Texte von jetzt 1 Kommentar »dieses Wort, fragt sie, warum
jetzt. Warum nicht das andere
das kurze das helle das blaue
Warum das geliehene
Und warum an dieser Stelle
Warum nicht weiter im Text
Warum dort, wo es passt und
nicht dort
Wer kann wer soll fragt sie
von dir erzählen
(Für Luna.)
Veröffentlicht: 27. August 2011 Einsortiert unter: Lyrik | Tags: Texte von jetzt Schreibe einen Kommentar »Müde nahm er das Auge
vom Okular, der Astronom im Metallturm
Hob den Refraktor vom Stativ
Die Spiegelteleskope, das Cassegrain
und das Newton, er warf sie beiseite
Wischte vom Tisch die Skizzen
der Krater Tycho und Gassendi
Die Negativplatten mit der Lichtspur in schwarz
zerbrachen, Tinte floss
über die Himmelskarten Phasenkalender Tidenpläne
Was er zu sehen hoffte, blieb für immer
auf der erdabgewandten Hälfte
Observation
Veröffentlicht: 27. August 2011 Einsortiert unter: Bild 1 Kommentar »Ein Moment. Jeder Moment. In dem jedes Wort zu viel wäre. Und jedes Wort zu wenig.
Moment, in Rückenlage
Veröffentlicht: 2. August 2011 Einsortiert unter: Lyrik | Tags: Texte von jetzt Schreibe einen Kommentar »Mein Platz ist die Mitte des Sees
in gleicher Entfernung von allen Ufern
Kein Land, das mir näher wäre als das andere
Zwölf Meter über dem kalten Grund
ist meine Brust Landeplatz für Libellen
Teufelsnadeln, Azurjungfern
Ein schwarzgrünes Auge, das zum Himmel blickt
dieser See. Am Rande des Wassers
gehen die Krebse, wachsen Minze und Ziest
Was mich hier trägt trägt mich nur
weil ich beharrlich atme
Arme Beine bewege wie erlernt
Hielte ich still es ließe mich los
Die Wege sind länger
Veröffentlicht: 26. Juli 2011 Einsortiert unter: Lyrik | Tags: Texte von damals 1 Kommentar »ist das Licht weggenommen
Menschen treffen Verabredungen
mit dem Herbst und halten sie ein
Begegnen sich Gruppen, geht immer
einer zwischen zwei anderen durch
Zwischen Blatt und Blatt
vergilben ihnen die Silben
und fallen still aus den Zeilen
Sie werden nicht sprechen
(1991)
Drachenzähmer
Veröffentlicht: 25. Juni 2011 Einsortiert unter: Lyrik | Tags: Texte von jetzt Schreibe einen Kommentar »Das feinste Gas, das leichteste Metall
in deinem Haus hältst du sie zur Verfügung
Quecksilbertropfen folgen deinem Fingerzeig
und du bewegst jedwede Last bergauf nur durch ein Wort
Der hellste Klang, die freundlichste Musik sind dir zu eigen
du dehnst die Zeit, wie es dir nützlich scheint
Dein Drache? Nein, du hast ihn nicht getötet
du hältst ihn dir gefangen. Und du gibst
ihm täglich neue Nahrung. Seine gelben Augen
blicken dir nach, wenn du den Raum verlässt
nur um zurückzukehren und ihn anzusehn.
Du weißt, lässt du ihn frei, es kostet dich das Leben
